Was macht Kleidung zu Lieblingsstücken?

Was ziehe ich heute an?
Was ziehe ich heute an?

Nadine, von Nadelbernds Nähkästchen hatte das Thema ‚Herz- oder Kopfnähen‘ aufgegriffen.

Ganz unabhängig von der Tatsache, ob etwas selbst gemacht ist oder gekauft wurde, was macht den entscheidenden Unterschied zwischen Schrankleichen und Lieblingsstücken?

Leider ist nicht immer von Anfang an ersichtlich ob ein Kleidungsstück gerne getragen wird. Oder gibt es doch Hinweise… ? Hier meine – sehr persönlichen – TOP TEN Statements:

Das Allerwichtigste zuallererst:

  1. Kleidung muss zu mir und meinem Leben passen!

Egal was Magazine vorschlagen, egal wie chic etwas aussieht, wenn es nicht in meinen Tagesablauf passt bleibt es im Schrank. Ich arbeite viel von Zuhause aus und könnte im Schlafanzug am PC sitzen ohne das es jemand merkt. Ich friere leicht, besonders an den Füßen, zudem habe ich einen Hund der zweimal am Tag mit mir spazieren geht. Daher soll es praktisch und warm sein. Zweitens bin ich trotzdem eitel und will mich schön fühlen. Manchmal kommt überraschend jemand vorbei oder ich muss spontan in die Stadt, auch dafür soll mein Outfit angemessen sein.

  • Daraus folgt: Meine Kleidung muss flexibel sein, mich wärmen, gleichermaßen für Matsch und Stadt geeignet sein, denn ich bin zu faul, habe keine Lust, ich bin viel zu beschäftigt mich den ganzen Tag umzuziehen.

    Kleid-Häufigkeit im Winter * Skirt frequency during the cold season
    Meine Kleiderstatistik für die Nicht-Sommer-Monate

2. Ich trage nur angenehmes Material

Füher lies ich mich oft verführen etwas zu kaufen, dass zwar schön aussah aber sich nicht schön anfühlte. Die Wahrheit ist, ich habe nicht nur ein Kleid oder ein Paar Schuhe, der Schrank ist von oben bis unten voll damit! Was kratzt oder zwickt wird gelegentlich anprobiert und dann wieder ausgezogen. Bei Schuhen war es nicht selten so, dass ich fix und fertig angezogen, startklar zum Ausgehen, im letzten Moment, quasi an der Haustüre, doch noch mal die Highheels gegen Treter austauschte.

  • Fazit: Ich mag kein Polydings, keine unbequemen Schuhe, keinen Kratzestoff. Egal wie gut es mir steht – ich trage es nicht!

3. Meine Kleidung soll Taschen haben

Ich habe immer Lippencreme, Hundefutter und Tropfen (mindestens) in der Hosentasche. Und wohin mit dem Taschentuch, wenn man keine Taschen hat? Mich nervt das! Wie bereits oben beschrieben, ich habe reichlich Auswahl. Stehe ich vor der Frage ‚was ziehe ich heute an‘ bleiben Stücke ohne Tasche fast immer im Schrank. Inzwischen gibt es nur noch sehr wenige taschenlose Stücke in meiner Garderobe.

  • Kleidung soll nicht nur schön sondern auch funktional sein

 

4. Schnäppchen oder Schrankbeton?

Was hab‘ ich mich früher oft gefreut, wenn ich ein tolles Schnäppchen ergattert hatte. Ja gut, manchmal war es nicht so ganz mein Stil oder meine Farbe aber dafür war es eine günstige Gelegenheit! Ist doch toll – oder? Hand aufs Herz, wie oft zieht man die Sachen wirklich an?

  • Ich versuche, mich bei solchen Gelegenheit nicht mehr hinreißen zu lassen. Nur was mir wirklich richtig gut gefällt darf in die Einkaufstasche.

5. Gute Basics

Inzwischen bin ich viel eher bereit, mehr Geld für hochwertige Basics auszugeben. Eine top sitzende Jeans trägt man oft jahrelang, jede Woche. Umgerechnet auf die Laufzeit, ist der Preis verschwindend gering. Ein gut sitzendes Jacket übergeworfen und man ist angezogen 😉

Bitte nicht falsch verstehen, Basic das muss keine langweilige weiße Bluse sein, kein schwarzes Shirt. Auch ein herrliches Kleid für viele Anlässe, ein edler Mantel oder eine schicke Mütze sind Grundbausteine in der Garderobe.

Ich stöbere gerne im Second-Hand Laden, das ist unter anderem sehr lehrreich (…macht mir natürlich auch einfach nur Spaß auf Schatzsuche zu gehen…). Die Auswahl quillt über mit Kleidung die ‚für Schön‘ angeschafft wurde. Man sieht den Stücken an wie selten sie getragen wurden. Ob mangels Gelegenheit oder weil sie für besondere Anlässe geschont werden sollte weiß ich nicht aber es ist doch schade wie bereitwillig man Unsummen für den Tag X  ausgibt, während man sich jeden anderen Tag seines Lebens freiwillig auf sparflamme kleidet.

  • Alltag ist öfter als Außnahmezustand.

6. Entweder – Oder!

Warum sind die verflixten Leggings oft so kurz?
Warum sind die verflixten Leggings oft so kurz?

Entweder ist es kalt oder es ist warm. Ich will keine wollene, kurze Winterbermuda, keine Schürboots zum Sommerkleid, kein dreiviertel – weder als Arm noch als Bein. Wozu soll das gut sein? Langärmlig und dünn, bitte nur vorne mit Knopfleiste. Auch langärmlige Winterkleider machen mich nervös. Ich will schnell was ablegen können.

  • Für mich lieber Zwiebellook. Jacke übers Shirt, Legging unter den Rock, wenn es sein muss auch noch Stulpen drüber 😉  Schnell ein bißchen varieren ist ganz nach meinem Geschmack!

7. Klamotten bitte leise sein!

Ich mag keine Klapperschuhe, weder tock, tock, tock noch dong-dong! Auch klimpernde Reissverschlüsse oder aufdringliches Geraschel stören mich.

  • Wer nervt muss im Schrank bleiben bleiben

8. Nähen macht pingelig.

Hab ich früher gerne bei einem Stadbummel dies und das nach Hause geschleppt, geht es mir heute oft so, dass ich nichts mehr finde. (..dass obigen Kriterien entspricht um meinen Ansprüchen zu genügen 😉 ) Dann überkommt mich, noch in der Stadt, Sehnsucht nach der Nähmaschine und ich will sofort in meine Kreativzone, um los zu legen.

Auch beim Schneidern habe ich dazu gelernt. In meinen Näh- Anfangszeiten ließ ich mich oft von Farben und Mustern verführen. Sooo schön bunt… Aber will ich das wirklich anziehen? Heute achte ich sehr genau auf das Material.

Auch habe ich gelernt, dass nur die selbstgenähten Teile getragen werden (…zumindest öfter als einmal!), die wirklich schön sind. Dachte ich früher immer noch, „ach das geht schon so“, ist mir heute klar: NEIN, das geht so nicht! Was nicht sorgfältig verarbeitet ist, komische Falten wirft oder nicht den obigen Kriterien entspricht ergibt nichts als Schrankleichen.

  • Inzwischen trenne ich lieber alles 5 x auf, bis es wirklich gut sitzt. Was trotz aller Bemühungen missraten ist kommt zurück ins Nähzimmer, in die Weiterverarbeitungwarteschleife – nicht in den Kleiderschrank!

Ich bin schön!

9. Kleidung soll meine persönliche Schönheit unterstreichen – NICHT UMGEKEHRT! Ich bin kein wandelnder Kleiderständer für die Modeindustrie. Es war während der Bauchfrei-Mode als ich begann intersiver Nähen zu lernen. :mrgreen:

Wer profitiert von Mode, die Frauen aussehen lässt wie Presswurst???

Zum Beispiel mag ich keine Shirt-Kleider. Ich fühle mich darin immer ein bißchen nackt, alles zeichnet sich ab (.. und Taschen haben die auch nie…) Es macht keinen Sinn mir das zu kaufen!!!

  • Nicht irre machen lassen! Kommt eine Verkäuferin mit dem Spruch – „Das trägt man jetzt so“ wenn ich moniere das es nicht sitzt/ mir nicht gefällt/ mir die Farbe nicht steht, verlasse ich den Laden 😉

10. Mix & Match-Match-Match!!!

Miss-Match
Miss-Match

Kennt ihr das? Es soll mal was anderes sein oder ihr entdeckt etwas ganz und gar Umwerfendes in völlig neuen Farbschattierungen. Mir geht es dann oft so, dass die passenden Schuhe dazu fehlen, habe ich nach langer Suche endlich erfolgreich Schuhe gefunden ist es kühler geworden und ich bräuchte noch eine Jacke dazu…. Wie oft ziehen genau diese Käufe einen ellenlangen Rattenschwanz nach sich? In Wahrheit fügen sich diese Teile nie wirklich in meinen Kleiderreigen ein!

Echte Liebingsteile müssen dazupassen und kombinierfähig sein. Nicht nur farblich passend, sondern kombinierfähig zum eigenen Leben.

Die Königsfrage ist für mich: Würde ich das gerne mit in den Urlaub nehmen? Freilich es gibt sehr verschiedene Urlaubsarten, aber ihr wisst was ich meine. Muss ich meine Garderobe begrenzen lande ich meist bei einem Mix aus schwarz, weiß, rot (oder bunten Akzenten). Dann passen Schuhe und Handtasche immer dazu. Was packtst Du in Deinen Koffer? Kennt ihr jemanden der ohne bequeme Schuhe verreist?

  • Kleidung die nicht dazu passt wird selten getragen.

Echte Lieblingsteile trägt man nicht nur oft, man trägt sie gerne! Lieblingstücke bewirken das man sich schön fühlt ohne sich dabei als verkleidet zu empfinden. Sie unterstützen das eigene Leben!

Ich glaube das Lieblingsstücke weniger von modischen Trends bestimmt werden. Modetrends wechseln und Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachteres, jedem gefällt etwas anderes. In der Essenz zeigt sich für mich, dass der Wohlfühlfaktor und Multifunktionalität den Unterschied ausmachen.  Details entscheiden über TOP oder FLOP. Meine Erfahrung ist, dass schön allein, für Lieblingskleidung einfach zu wenig ist! Ich zumindest, will es praktisch, bequem und schön!  ❤ Echte Lieblinge sind vielseitig!

Wie seht Ihr das? Was müssen eure Lieblingstücke erfüllen? Vielleicht habt Ihr ja ganz andere Kriterien. Was fällt Euch auf wenn ihr Euer Kleidungsverhalten unter die Lupe nehmt?

Lieblingsgrüße – Tutti ❤

Mein gegenwärtiger Tascheninhalt
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Lieblingsstücke

 

Grafik erstellt mit Canva

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23 Kommentare

  1. Ein guter Artikel. Für mich ist das wichtigste das die Kleidung zu mir passt und ich mich darin wohlfühle. Kratzige Teile habe ich schon immer gehasst und die kommen mir nicht mehr in die Einkaufstüte oder den Kleiderschrank.
    Praktische, kombinierbare, vielseitige und bequeme Teile liegen bei mir an erster Stelle. Ich habe zugegebenermassen nur wenige Schuhe dafür einige Kleider die chic sind, aber zu denen mir der Anlass fehlt, sie zu tragen.

    • Ja, da ist sie wieder die Sache mit dem ‚Anlass‘ 😉 Das ging mir auch oft so! In Deutschland ist man ohnehin schnell overdressed. Während sich die Mädels und Damen in anderen Ländern zum ausgehen oft rasant in Schale schmeissen, trägt man bei uns das ’schöne Shirt’zur ’schönen Jeans’…
      Sonnige Grüße Tutti

  2. Das hast du sehr schön analysiert. Tutti. Vieles kann ich unterschreiben, wenn ich auch in einigem andere Kriterien habe als du. Man lernt also doch mit den Jahren dazu 😉 Bei mir gilt: vom Stoff her möglichst gute Naturfaser, Polytierchen beim eigenen Stoffkauf gar nicht, bei Fertigkleidung weniger als die Hälfte, sonst bleibt das Teil hängen. Gelegentlich mal eine Ausnahme, aber nur, wenn ich absolut verliebt in das Kleidungsstück bin. Die Farben: klar, kontrastreich, regelmässige Muster oder welche mit viel uni Hintergrund. Schuhe müssen auf Anhieb gut passen. „Einlaufen“ bei Schuhen gibt’s bei mir nicht, auch wenn das die Verkäuferin so vorschlägt. Beim Stil drücke ich gerne mal ein Auge zu und mache auch mal Experimente. Allgemein weiss ich aber, dass bei meinem Körpertyp Abnäher Freunde sind 😉
    LG, berry

    • Hallo Berry, lieben Dank für Deine Schilderung. Ich finde es sehr spannend zu hören auf was ihr so achtet. Dein letzter Satz verrät den Nähnerd 😀 Das ändert (nach meiner Theorie) das Kaufverhalten extrem. Mir gefallen die klaren, kräftigen Farben an Dir auch immer besonders gut!
      Sonnnige Grüße Tutti

  3. Danke für diesen tollen Artikel :-* Stimme voll und ganz deinen Grundsätzen zu. Darf dir aber mitteilen, dass meine drei Lieblingskleider alle dreiviertelarm haben *lach* Und bei mir Leggings immer lang sind weil ich so klein bin hihi XD Im Laden kaufen tu ich schon lange nicht mehr alles Secondhand, upcycling, Oma oder selbst genäht 😉 Und Ich liebe es wie du zu kombinieren und noch Stulpen drauf und Jäckchen usw. Deshalb mag ich den Herbst so sehr ♥ Herzliche Grüße

    • Liebe Eva, es macht mich froh zu hören das all die 3/4 Klamotten nicht verschwendet sind, es gibt jemanden der sie liebt ❤ Knüllen die bei Dir nicht im Jacken-Ärmel?
      Wenn Du noch kleiner bist als ich, musst Du sehr klein sein 😀
      Auf Deinen Kommentar hin habe ich nachgedacht – ich glaube ich habe dieses Jahr mehr Second Hand erworben als neu. Nicht aus moralischer Überzeugung, ich bin da ganz Frau und gehe gerne mal Bummeln, ich finde in der Stadt oder nichts mehr. Alles sieht gleich aus…
      Wie gut das wir uns helfen können, die Welt etwas bunter zu machen!
      Liebe Grüße Tutti

      • Liebe Tutti vielleicht sind es auch ncht 3/4 arm also die gehen bis zum Ellenbogen oder knapp darüber. Was ist das dann? Und ja in der Jacke kann es mal knüllen, doch dafür hab ich schon eine reinschlupf taktik entwickelt XD
        Wie groß bist du denn? ich 158cm
        Und jaaa lass uns die welt bunt und schön machen ♥ Grüßle

  4. Liebe Tutti,

    schön hast du das geschrieben und die lustigen Playmobilbilder mag ich auch.
    Ich bin ja immernoch nähend auf der Suche nach mir und meinen Lieblingsstücken.
    Also nach Teilen, in denen ich mich richtig als ich fühle.
    Für mich war diesen Sommer der Tellerrock ganz sicher eins, ich habe mich endlich getraut, sie auch im wahren Leben zu tragen, man ist hier ja wie du schon sagst schnell overdressed und das sogar schon ohne Glitzerpailetten sondern nur, weil man nicht mit der Masse schwimmt. Kann ich inzwischen aber gut mit leben.

    Und du hast Recht, man findet wirklich schwierig was zum Kaufen, weil das Meiste wirklich zu langweilg ist. Find ich. Bei Schuhen bin ich leider noch nicht so weise wie du und tackere ganz gerne mit meinen Heels durch die Gegend… Herr B. hofft ja auch noch dass das mal aufhört…

    Und Taschen sind echt praktisch, die sollte ich auch viel öfter einbauen. Hab eine schöne Woche,
    liebe Grüße,
    Nadine

    • Danke liebe Nadine!
      Spannend! Deine (Bekleidungs-)Identitätssuche klingt auch in Deinen Posts oft ein bißchen mit an.
      Ich glaube mein Weltbild hat angefangen sich zu verändern als ich auf Reisen ging. Plötzlich hatte ich ganz andere Vergleichsparameter….

      https://tuttiswelt.wordpress.com/2013/11/07/tuttisophie-normal/

      Ich weiß nicht ob man im Alter weiser wird oder ob man nur mehr Zeit hatte Erfahrungen zu sammeln 🙂
      Ich wünsche Dir eine spannende Entdeckungsreise, liebe Grüße Tutti

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