Dublin

Ganz spontan entschloss ich mich nach Dublin zu fahren. Neugierig auf Irland war ich schon lange, doch bisher hatte es irgendwie nie geklappt.

Wer keine Lust hat den ganzen langen Beitrag zu lesen, hier die Zusammenfassung in einem Satz: Die Stadt ist ein wildes Gemisch aus alt und neu, schön und scheußlich, mit herzlichen Menschen, Live -Musik in jeder zweiten Kneipe und leckeren Cafes ohne Ende.

Dublin Brücke zur CityMein Hotel lag sehr zentral, in der Nähe des ‚Spire of Dublin‘ einem 120m hohen Edelstahl Monument, dessen Spitze beleuchtet ist.

Eigentlich wurde mir diese Tatsache erst in der Nacht bewusst als ich auf der Suche nach dem Heimweg war. Wie mir dann im Dunkeln auffiel hatte mein Hotel das Wahrzeichen sogar im Emblem.

In Gesprächen mit den Locals ergab sich schnell, die Einheimischen lieben das neu errichtete Denkmal nicht!  Ich regte dann jedesmal an umzudenken und es als perfekten Wegweiser für ‚lost Tourists‘ zu betrachten. Ich zumindest fand es sehr praktisch!

Dublin BakeryDie Innenstadt quillt über vor Pubs und wunderhübschen kleinen Cafes. Ganz besonders ins Auge gefallen sind mir zahlreiche kleine Läden, die Cafe und Laden in einem sind. Oft entzückend dekoriert.

Das ‚Considered Cafe‚ befindet gegenüber der George’s St. Arcade. Auf die komme ich später noch zu sprechen, denn dort habe ich den für mich schönsten Shop von ganz Dublin entdeckt.

Reihenweise klassische Pub’s, wie aus dem Irland-Bilderbuch.

Natürlich muss man als Besucher in Irland auch das berühmte Irish Stew probieren. Es schmeckt viel besser als es aussieht. Diesen Pub fand ich eine sehr gelungene Mischung aus Tradition und Moderne.

Ihr müsst euch leider mit den Schnappschüssen begnügen. Ich persönlich finde es ziemlich störend wenn jemand, in einem Lokal, die GANZE Zeit mit dem Handy herumfuchtelt und fotografiert. Wenn es machbar war habe ich gefragt ob es in Ordnung ist Bilder aufzunehmen und evtl. auf meinem Blog davon zu berichten. Nicht selten der Einstieg zu einer netten Unterhaltung….

Dublins Innenstadt ist voller Bronzefiguren berühmter Töchter und Söhne der Stadt. Molly Malone, die einzige Satue nach der ich speziell gesucht habe, ist mir leider entgangen. Schließlich war sie es, oder zumindest ein Pub mit ihrem Namen, am anderen Ende der Welt, die mich mit Irish Folk bekannt gemacht hat. Seither liebe ich die Musik!

Bei dem Stier habe ich mich gewundert, normalerweise ist er das Symbol für Reichtum & Geld und befindet meist im Bankenviertel, wie z.B. in New York vor der Börse. Hier entdeckte ich den Stier zufällig auf einem Sand-Platz voller Obdachloser und armer Leute.

Die Grafton Street (Haupt-Fußgänger-Zone) ist mit Staßenkünstlern bevölkert. Manche davon sind sehr lustig, wie diese Gruppe aus ‚Bronze-Figuren‘:

StaßenkünstlerAndere machen einfach nur haarstäubenden Lärm mit dem abspielen eines scheppernden CD-Players. Das hatte ich so auch noch nicht erlebt 😉

Urbanes Dublin

Einen wunderschönen Tag verbrachte ich mit der Entdeckung der neugestalteten Docks. Es hat mich selbst ein wenig verwundert doch in Dublin habe ich mein Herz für moderne Architektur entdeckt.

chq

Urbanes DublinNach dem Tag in Howth ( Bericht folgt..) verstehe ich die Vorliebe für Shopping Malls und große Glasfronten. Hier kann ein steifer Wind wehen!

Liffey Richtung DocksBei schönstem Wetter, wie jeden Tag den ich in Dublin verbrachte, spazierte ich ich entlang der Liffey stadtauswärts. Die Liffey ist in Dublin allgegenwärtig und von zahlreichen Brücken überspannt.

towarts the docksKaffepause mit Aussicht

Cafe-Bar am Fluss

Samuel Beckett BridgeDie Stadt ist voller Historie und Helden die im Kampf um die Freiheit viel zu jung ums Leben kamen. Hier am Ufer der Liffey, in der Nähe des CHQ Buildings befindet sich das, für mich, berührenste Denkmal von Dublin.

Die Bronzestatuen am Flussufer erinnern an die Auswanderer, während der großen Hungersnot. Unzählige Menschen waren gezwungen ihre Heimat zu verlassen und in eine höchst ungewisse Zukunft aufzubrechen. Nur ein Teil erreichte Amerika wohlbehalten. Im Volksmund nannte man die Auswandererschiffe Leichenkähne.

Great Famine

Denkmal Hungersnot IrlandHunger & NotNach dem Überqueren der Samuel Beckett Bridge erreicht man die ‚Silicon Docks‘. Ein Scherz in Anlehnung an das Silicon Valley in Kalifornien. Hier haben viele internationale Internet-Firmen ihren Europa Sitz. Um Irland wirtschaftlich nach vorne zu bringen hatte man mit Steuervergünstigungen gelockt.

Silicon DocksWie selbst auf meinen Schnappschüssen erkennbar ist, dass Leben in diesem Teil der Stadt ist deutlich beschleunigt. 😉

Urban DublinHier wieder ein typisches Bild voller Gegensätze. Auf der einen Straßenseite winzige Häuschen…

kleine Häuschen… gegenüber ein Glaspalast:

towarts Docks

kleine & große Häusermodern Dublin urban DublinAm Hanover Quay treffen Vergangenheit und Zukunft elegant aufeinander. Die gelungene Gestaltung des Platzes hat mich sehr beeindruckt und ich habe viel Zeit damit verbracht, einfach nur da zu sitzen und die Eindrücke auf mich wirken zu lassen.

Dublin Hannover QuayHannover Quay

Hannover SquareDer Platz rund um die alten Hafenbecken ist gesäumt von stylischen Cafes.

Cafe am HQDie Straße runter sah ich einen „Fresh-was-auch-immer“ Market. Guckt rein, es ist ein Edelsupermarkt, passend zum neu entstandenen Wohnviertel in dieser Gegend. Ein Besuch loht sich!

Ich entschied mich für ein eine super schicke Location namens HQ.  Man saß dort toll in der Sonne, ultimativer Ausblick, der Kaffe war super lecker, das Ambiente hip, die Gäste anregend, ich saß und saß. Gegen Abend, als es kühler wurde, wurden Heizstrahler an den Wänden zugeschaltet, man saß einfach wunderbar! So beschloß ich den letzten Bus ohne mich fahren zu lassen und zum Essen zu bleiben. Das war der Fehler!

Liebe Leute solltet ihr je in dieses Lokal gehen, bleibt beim Kaffee! Eigentlich hatte ich schon beim ersten Bissen bemerkt das es höchst seltsam schmeckt und mir nicht bekommt, aber da saß ich nun, in toller Atmosphäre, mit anregenden Gästen,  im trendy Restaurant und as brav was mir vorgesetzt wurde. Das war mir eine Lehre und wird mir kein zweites Mal passieren, denn Nachts war ich dann scheußlich krank…..

Temple Bar

Ha'penny Bridge
Die Halfpenny Bridge führt direkt in Dublins Vergnügungsviertel
The Temple Bar
‚The Temple Bar‘ der vermutlich bekannteste Pub Dublins

Ich bin zwar spontan nach Dublin gereist, aber ich bereite mich doch gerne ein wenig vor und entscheide dann vor Ort. Liest man im Reiseführer oder bemüht die allwissende Suchmascheine dann wird im Zusammenhang mit Dublin stets auf ‚das Vergnügungsviertel‘ Temple Bar hingewiesen. Zudem sei es der Hort der örtlichen Kreativszene.

Stadtviertel Temple Bar
Im blauen Gebäude befindet sich ein Fernsehsender (…glaub‘ ich )

Ja, es stimmt, in dem kleinen Areal rund den ‚Temple Bar Square‘ (heißt der so?) befindet sich ein nettes Kneipenviertel. Schon am Nachmittag schallt aus den Pubs Live-Musik. Doch in Dublin ist live Musik in vielen Kneipen üblich und Temple Bar ist leider schon sehr vertouristet. Mit ‚in-die-Bar-Hineinquatschern‘, wandelnden Werbeschildern und Fast Food.

Als ich im Vorfeld erwähnt hatte, das ich nach Dublin fahre, meinte ein Bekannter, dass es dort höllisch teuer sei. Nun weiß ich, er muss sich die ganze Zeit in Temple Bar herum getrieben haben, denn dort kostet alles das Doppelte 😉

Dublin ist voller toller Pubs, alter uriger Kneipen oder hipper Bars. Livemusik gibt es in vielen davon, es gehört, zu meiner Freude, dort einfach dazu! Diese Lokale sind weniger überlaufen, preiswerter und die Gäste immer zu einem Schwätzchen mit fremden Besuchern aufgelegt. Geht dort hin!

the new theatreIn Temple Bar befinden sich einige Schauspiel-Schulen und Theater. Geht man spazieren, kann man durch große Fenster bei den Proben spechten. Dennoch, auch als Spielplatz der Kreativen hat mich Temple Bar nicht überzeugt.

Ich konnte nur zwei kleine Läden entdecken die spannend waren. Einer davon war eine Mischung aus Cafe und Schneiderei, den anderen bewohnte eine Meerjungfrau im Schaufenster.Sea MaidBusfahren in Dublin

Wer echte Abenteuer erleben will sollte Busfahren! Gut ich übertreibe ein bißchen, aber Busfahren in Dublin ist für den exakt organisierten Durchschnittsdeutschen eine Herausforderung.

Erstens die Busse fahren nicht wie auf dem Busplan vermerkt. Grundsätzlich nicht. Die Locals haben mich ausgelacht! 😄

Zweitens die Busse halten nicht! Man solle gut vernehmlich winken. Hat man diese Hemmschwelle überwunden, springt verwegen auf die Straße und winkt großräumig, ist trotzdem nicht sichergestellt das der Busfahrer hält. Wenn er nicht mag, mag er nicht!

Dafür sind die Iren herzliche, hilfsbereite Menschen. So bin ich überall hingekommen wo hin ich wollte!

Rambler TicketFür den öffenlichen Nahverkehr gibt es Tagestickets. Diese ‚Rambler Tickets‘ kosten pro Tag 6€ und sind in der Hauptbusstelle oder auf der O’Connell Street erhältlich. Ansonsten kann man einfach beim Fahrer bezahlen. Man nennt dem Fahrer sein Ziel, er nennt eine kleine Summe die man in eine ‚Spardose‘ vor dem Fahrer wirft, Wechselgeld gibt es keines. Diese Methode hat zudem den Vorteil das der Fahrer gleich den Kopf schüttelt wenn man sich im falschen Bus befindet 😉

In meinem Fall hat sich das als gute Alternativie erwiesen. In der Innenstadt kann man alles zu Fuß erlaufen und ich persönlich liebe es Städte auf diese Art zu erkunden.

Ich war froh alle Vorbucher-Ratschläge ignoriert zu haben. Ich mag es nicht wenn ich mich im Voraus schon immer so sehr festlegen soll. Egal ob Bus-Ticket, Flughafentransfer, Zugtfahrkarte oder Stadrundfahrt. Nirgendwo waren lange Warteschlangen. Beschließen, kaufen, loslegen!

Natürlich habe ich auch einen ausgiebigen Shoppingbummel unternommen, dass gehört bei einem Städtetrip einfach dazu für mich! ❤ Und wenn ich schon in Irland bin muss ich natürlich auch ans Meer fahren.  Bericht folgt ….

Viele liebe Grüße – By, by & see you – Slàn!

Tutti

PS: Galeriebilder zum Vergrößern anklicken!

Dublin Shopping Report

Dublin – Ausflug ans Meer

Wie man sieht habe ich es noch geschafft den Koffer gepackt zu bekommen 😉

 

22 Kommentare

  1. Wow, Tutti, was für ein toller Reisebericht. Ich habe ihn ganz durchgelesen :-). Wir wollten diesen Sommer eine Flussbootfahrt in Irland machen, waren aber mit dem Buchen zu spät dran. Deshalb ging es „nur“ durch die Kanäle Flanderns. Aber Dein Bericht bestärkt unseren Vorsatz, Irland und Dublin demnächst auch zu besuchen. Deine Bilder machen Lust, sich sofort in den Flieger zu setzen. Und mit dem Wetter hattest Du ja richtig Glück!
    Ich wünsche Dir ein gutes Wochenende.
    LG
    Claudine

    • Hallo liebe Claudine, Flussbootsfahrt durch Irland klingt toll! Davon habe ich noch nie gehört…
      ich wollte vor Jahren schon mal mit dem Auto nach Irland, damals war die Fähre ausgebucht. Die grüne Insel scheint mir nicht zu unrecht sehr beliebt und gerne bereist.
      Wie ist es eigentlich so ein Fluss-Boot selbst zu steuern?

      Sonnige Güße Tutti

  2. Oh Tutti, vielen Dank für diesen tollen Bericht!!!
    Jetzt weiß ich, was ich alles NICHT gesehen habe in Dublin, dafür vielvielviel Landschaft …. Ich bin und bleibe eben ein Landei 😉
    Alles Liebe, Katrin

    • Liebe Katrin, ich bin auch ein Landei! Zumindest lebe ich in einem kleinen Dorf in Bayern. Darum fahre ich ab und an in eine Stadt und verpasse mir die volle Dosis 😄
      Wann warst Du denn in Irland?
      Liebe Grüße Tutti

      • Im Südwesten der Insel, Ring of Beara, quasi der kleine Bruder vom Ring of Kerry 😉 Und Valentia Iland und der Burren National Park und Cliften und die Sky Road undundund der ganze Westen…. und überhaupt die Leute, das Bier… ich komme ins Schwärmen 🙂

      • Ich finde weniger berühmte Versionen eines bekannten Monuments sind oft sehr, sehr schön, weil sie weniger überlaufen sind.
        Sollte es nächstes Mal mit einer größeren Tour klappen frage ich Dich vorher! Dann wird bei einem Guinnes ein Masterplan erstellt 😉

  3. Schöner Bericht, Tutti! Und tolle Fotos!
    Ich war 2 x im letzten Jahrhundert dort. 😉 Bautechnisch hat sich ja eine Menge getan. Freut mich übrigens, dass die Busse immer noch fahren wann sie wollen…
    lg dani

    • ..im letzten Jahrhundert 😄
      Ich vermute mit Bautechnisch beziehst Du Dich auf das neu gestaltet Hafenviertel?! Waren die Docks zu Deinen Besuchen noch in aktiv in Benutzung? LG Tutti

      • Öhhh…. die Docks haben wir gar nicht gesehen… Eine Freundin lebte damals in Dublin und wir haben uns nur ein paar Tage in der City herum getrieben. Aber auf der Halbinsel Howth waren wir immerhin. Ansonsten Irland abgeklappert und in B&B übernachtet:)))

      • Das klingt trotzdem gut 😀 Ich war früher immer gerne mit dem Rucksack unterwegs. Da muss man sich nicht gelich immer so schrecklich verplanen. Jetzt will ich etwas mehr komfort, sonst hat sich an meinem Reisestil nichts verändert.

        In Howth war ich auch, das bietet sich einfach an. Betrag dazu ist schon unterwegs LG Tutti

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