London, eine Toilette und ich!

TravelstorysEine Reisegeschichte wollte ich schon lange erzählen!

Auf einem meiner Wochenend-Trips nach London erkundete ich den wohlhabenden Stadtteil Kensington. Ich war lange umhergewandert, die Einkaufsmeile auf und ab gebummelt, nun am Nachmittag, war es Zeit für eine Pause. Es war einer dieser wunderbaren Spätsommertage, in denen man die Sonne sucht und ihre warmen Strahlen genießt! In einer kleinen Seitenstraße, entdeckte ich ein hippes Cafe, freundlich von der milden Septembersonne beschienen.

Ich genoss meine Kaffeepause, sonnte mich, hielt ein bezauberndes Schwätzchen mit einem Anwohner, der sich noch schnell das letzte Baguette geschnappt hatte. Denn eigentlich war das Cafe ein Bioladen, mit einer kleinen Selbstbedienungstheke und ein paar Stühlen vor dem Shop. Drinnen waren die Mitarbeiter bereits fleißig mit aufräumen zugange. Theke putzen, Kisten leeren, es war Samstagnachmittag, das Wochenende war nah. So wollte ich den Betrieb nicht länger aufhalten. Nur noch schnell zur Toilette huschen. Frisch gestärkt könnte ich mich weiter ins Londonvergnügen werfen.

Zu den Restrooms, denn Toilette sagt der höfliche Engländer nicht, durchquerte man den ganzen Laden, der Länge nach, dann eine schmale, steile Treppe hinab in den Keller und wieder die ganze Länge des Ladens zurück, nur diesmal unterirdisch.

Die Benutzung des WC’s selbst war wenig spektakulär, spannend wurde es als ich wieder hinaus wollte!

Die Türe klemmte! Erst rüttelte ich fest, dann versuchte ich es mit raffinierter Technik. Später verlegte ich mich auf lautes Rufen und Klopfen, was mir einigermaßen peinlich war. Gleichzeitig stiegen ernsthafte Befürchtungen in mir auf. Es war Samstagnachmittag, man war schon dabei gewesen den Laden zu schließen als ich mich auf den Weg zur Toilette gemacht hatte.

Was ich bisher noch unerwähnt ließ sind die baulichen Besonderheiten dieser Toilette. Bei diesem Modell handelte es sich nicht um mit Abtrennungen versehene Kabinen, bei denen man unten und oben durchspähen kann und hört was im Nachbarabteil stattfindet. Nein, diese einzelne, kleine Toilette am Ende des Kellers war solide gebaut! Geschlossenes Mauerwerk von oben bis unten! Auch die Türe vorbildlich massiv und fugenfrei schließend.

Rückwärtig, ein winzig kleines Fenster auf einen verlassenen Innenhof hin. Nicht breiter als zwanzig Zentimeter und vergittert obendrein. Durchpassen würde ich sicher nicht. Es war auch niemand in Sicht, den ich hätte um Hilfe bitten können.

Langsam stieg Panik in mir auf, im Wechsel rüttelte ich an der Tür, klopfte und rief, trat auch wütend dagegen, dann wieder spähte ich rückseitig durch die Gitterstäbe ob jemand im Hinterhof zu entdecken wäre.

Siedendheiß begann ich zu überlegen! Das Handy! Das Handy könnte meine Rettung sein! Nur wen sollte ich anrufen? Die Polizei? In einem fremden Land, in einer fremden Sprache und wo genau war ich überhaupt? Ist der Notruf in meinem Mobiltelefon international? Dazu muss ich betonen, es war noch einer dieser altmodischen Telefonknochen, kein stylisches Smartphone mit Internetzugang.

All meine komplexen Überlegungen stellten sich als vollkommen überflüssig heraus. „Kein Empfang“ war im Display zu lesen als ich es nervös aus der Tasche geangelt hatte.

Ich begann allmählich mir vorzustellen das restliche Wochenende gefangen in den Katakomben Londons zu verbringen. Zumindest würde ich nicht verdursten! Ausstrecken könnte man sich aber nicht, dafür war mein Gefängnis zu winzig.

Ich war bestimmt schon eine Stunde weggesperrt, so zumindest fühlte es sich an, als ich glaubte draußen etwas rascheln zu hören. Auf mein verzweifeltes klopfen und rufen hin, öffnete eine ökologisch korrekt gekleidete, junge Dame mit Wickelhose und hennaroten Rastalocken, tiefenentspannt die Türe.

„Ach“ sagt sie“ haben sie ein Glück, dass ich noch die leeren Kisten aufräumen wollte, sonst wären sie das ganze Wochenende hier eingeschlossen gewesen. Die Türe klemmt öfter, wissen sie…“

Sprach‘s und gab mit wiegenden Hüften, den leeren Spankisten einen Tritt, dass sie bis an‘s hinterste Ende des Kellers flogen!

Schöner Leben!

Habt ihr auch Reiselebnisse der dritten Art zu erzählen?

Wart ihr schon mal in einer Toilette eingesperrt?

Wo geht ihr am liebsten in London Kaffetrinken?

Ich bin gespannt!

Liebe Grüße und eine schöne Urlaubszeit! Tutti

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8 Kommentare

  1. Boah, da hast du wirklich Glück gehabt! Ich war auch mal auf ner Toilette eingschlossen. Im zarten Alter von vier Jahren. Meine Mutter hatte mir vorher noch eingebleut, _nicht_ abzuschließen, aber ich war ja schließlich schon groß! Und dann hab ich die Tür nicht mehr aufbekommen. Ich hatte so entsetzliche Panik, und laut gerufen. Mein großer Bruder hat mich schließlich (nach einer gefühlten Ewigkeit!) gerettet, indem er das Schloss von außen mit einem Zehnerle aufgedreht hat. Das war durchaus ein traumatisches Kindheitserlebnis – es hat lange gedauert, bis ich mich getraut habe, Toilettentüren zu verschließen….

    • Hallo Zauberweib, ich kann mich auch noch gut an die Türen mit dem ‚Zehnerl-Schlüssel‘ erinnern. Gut das dein Bruder so geistesgenwärtig war. Ich kann mir vorstellen, dass so ein Ereigniss lange in den Knochen steckt.
      Danke für’s erzählen!
      Liebe Grüße Tutti

  2. Oh nein, da kriege ich schon beim Lesen Beklemmungen und Schnappatmung 😢 und mein Kopfkino produziert in Endlosschleife ganz gruselige Bilder….
    Ein Glück 🍀 dass die gute Fee noch da war…. 👍

    • Hallo Katrin!
      Ein Glück das ich nicht grundsätzlich klaustrophobisch bin, nur das ganze Wochenende wollte ich dort nicht verbringen!
      So, und jetzt einmal tief durchatmen, strecken und schütteln.
      Ohne Pannen gibt es später nichts zu erzählen XD
      Liebe Grüße Tutti

  3. Danke für diese kleine Reise in Londons Restrooms XD Ich bin ebenfalls mal ganz blöd eingesperrt gewesen… In Tunesien, in einem Restaurant in der Hotelanlage. Dass waren so mehrere Klos nebeneinander wo man untendrunter durchgucken kann. Ich gehe also rein, schließe ab, drehe mich um und sehe dass jemand sehr unglücklich sein Geschäft verrichtet hat.. angeekelt drehe ich mich um, will wieder raus und da geht die Türe nicht mehr auf… ich natürlich auch um Hilfe gerufen, die nach kurzer Zeit in Form anderer Gäste die auf die Toilette gingen kam. Als die mich dann befreiten würde ich aber mit bösen Blicken gestraft weil die dachten ich hätte das Klonso versaut… Nun ja passiert, wie du sagst, man hat sonst ja nichts zu erzählen *lach*

    • Ach Eva, diese Loo-Story ist auch toll!!! Ich kann mir die bösen Blicke so bildhaft vorstellen 😉
      Ich schließe mich dir an! Erst ist ja immer tootaal peinlich aber an diese Dinge erinnert man sich später und hat viel Spaß beim Erzählen, ich zumindest 😉
      Liebe Grüße Tutti

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